Belastung & Entlastung

Im Rahmen eines Strategie-Entwicklungs-Meetings machte Markus Bleher ein Biathlontraining am Nordic-Center Notschrei beim sportpsychologischen Experten Rainer Kiefer. Ein Jahr später trat dieser auf Empfehlung von Markus in einen auf viel Vertrauen basierenden Braintrust ein und es war relativ schnell klar, dass die beiden etwas verbindet. Zu Beginn dachten beide, dass das gemeinsame Interesse an Outdoor-Sport und die Bewegung die Basis für das gegenseitige Verständnis bildet. Weit gefehlt. Da ist noch mehr. Als Rainer vermehrt von seiner in diesem Jahr abnehmenden psychischen als auch physischen Leistungsfähigkeit berichtet, erkennt Markus weitere Parallelen.

Markus hat sich 2012 nach ca. 12 Monaten des inneren Kampfes selbst aufgrund einer massiven Überlastungsdepression in die stationäre psychiatrische Intensivbehandlung eingewiesen. Es ging nicht mehr. Die Gründe dafür? Nicht greifbar. Markus war relativ schnell klar, dass auch Rainer in welcher Form auch immer, von einer Depression bedroht ist. Die Frage die sich stellt: Warum hat es ausgerechnet uns erwischt? Tolles soziales Umfeld, beruflich erfolgreich, sportlich, gesund. Was will man mehr? Wir depressiv?

Aufgrund dieser Erfahrung haben wir uns dazu entschlossen, offen mit dieser Thematik umzugehen. Wir konnten sehr viele Gemeinsamkeiten erkennen und Faktoren identifizieren, welche uns in diese missliche Lage geführt haben.

Das die innerlichen Akkus leer werden können, das war klar. Vielmehr ist es ja auch mit ein Ziel beim intensiven Sporttreiben in der Natur an körperliche und geistige Limits zu stoßen und die Grenzen des Möglichen teilweise auszuloten. Nicht klar war allerdings, auf welche subtile Weise sich diese Akkus über Jahre verändern können. Schritt für Schritt verringerten sie Ihre Fähigkeit sich in üblicher Form wieder zu laden. Ein neues Körpergefühl entstand.

Dies wahrzunehmen und zu interpretieren, zu reflektieren, das ist die Challenge.

Und hier liegt einer der Schlüssel im Umgang mit umfangreichem und/oder intensivem Dauerstress. Mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und beruflichen Expertisen bieten Markus Bleher und Rainer Kiefer auf verschiedenen Ebenen Anknüpfpunkte und vermitteln Möglichkeiten eine optimale Balance von Erholung und Belastung mit viel Freude zu erreichen.

Dies geschieht aus folgender Grundhaltung:

Das Gehirn arbeitet besonders im Spass-/Flowbereich, bei 100%iger Identifikation mit der Aufgabenstellung und die Energie bzw. die Ideen kommen, wenn die Aufmerksamkeit klar ist. Sogenannte Glückshormone unterstützen die Vernetzung der Synapsen.

Um den ergebnisrelevanten Spaßfaktor, die Identifikation der Teilnehmer mit den Themen und die jeweils optimal gerichtete Aufmerksamkeit zu erzielen haben wir das folgende KGS-Modell entwickelt in Anlehnung an die Definition der WHO von Gesundheit. Es hierbei differenziert zwischen körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Da wir davon ausgehen, dass Entwicklung und Innovation gefördert werden, wenn die Ressourcen des Körpers nicht defizitorientiert gebunden sind.

Das Prinzip dahinter lautet  Ergebnis = Ressourcen - Störfaktoren

Das KGS-Modell

Je nach Ermüdung in einer oder mehreren Säulen des KGS-Modells kann durch Beschäftigung in einer weniger ermüdeten Säule eine Erholung in der ursprünglich ermüdeten Säule hergestellt werden (Modell nach Kiefer, 2018). Dieses Modell basiert auf der gegenseitigen Außensicht und dem Prinzip der wechselnden Belastung.

Training bedeutet im KGS-Modell immer in mindestens einer Säule (Körper, Geist, Emotion) Reize zu setzen und diesen Bereich so zu ermüden. Dabei werden die jeweils anderen, weniger beanspruchten, Säulen zur Kompensation genutzt.

Die jeweiligen Wechsel in der persönlichen Aufmerksamkeit und die unterschiedlichen Intensitäten und Möglichkeiten zum sozialen Austausch ermöglichen immer wieder die Außensicht in Bezug auf die letzte körperlich oder geistig beanspruchende Arbeitsphase und somit Raum für die Erholung (= Kompensation und Vorbereitung für die nächste kommende Arbeitsbelastung).